Presseerklärung

Presseerklärung vom 19.09.2007

Hamburg sagt: „Tschüss Vattenfall“

Umweltschützer starten Kampagne
gegen Pannen-AKWs und Klimakiller-Kraftwerke

Hamburgs erste Stromwechselstube eröffnet

„Tschüss Vattenfall“, sagt der Hamburger Hafen – zumindest auf einem Poster der Kampagne „Hamburg steigt um“. UmweltschützerInnen aus der Hansestadt stellten jetzt ihre neue Aktion gegen Atomstrom und Kohlekraftwerke vor. Das Ziel: Hamburger StromkundInnen sollen dem Energiekonzern Vattenfall in den nächsten Wochen gleich zu Tausenden den Rücken kehren.

„Hamburg steigt um“ ist die Antwort der UmweltschützerInnen auf die jüngsten Brände und Pannen in den Vattenfall-AKWs Krümmel und Brunsbüttel sowie auf den geplanten Bau des riesigen Vattenfall-Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg. „Die allermeisten Hamburger wollen weder hochriskanten Atomstrom noch klimakillenden Kohlestrom“, ist Kampagnensprecherin Hanna Poddig überzeugt: „Solange Vattenfall das ignoriert, sagen wir ‚Tschüss Vattenfall‘“.

Um den Wechsel zu anderen Stromanbietern zu erleichtern, eröffnet „Hamburg steigt um“ am 27.September in der Osterstraße 35 in Eimsbüttel Hamburgs erste Stromwechselstube, den „Tschüss Vattenfall“-Laden (Montag-Mittwoch 11-18 Uhr, Donnerstag 11-20 Uhr). Weitere 100 „Wechselstuben“ sollen in den kommenden Wochen bei Hamburger Einzelhändlern eingerichtet werden. Darüber hinaus werde man in Fußgängerzonen informieren, Multiplikatoren zu „Stromwechselexperten“ fortbilden und öffentlichkeitswirksame Aktionen starten, kündigten die InitiatorInnen der Kampagne an.

Sowohl das AKW Brunsbüttel als auch das AKW Krümmel liegen seit den Unfällen von Ende Juni still. Vattenfall will die Reaktoren, die zu den gefährlichsten in Deutschland gehören, in den nächsten Wochen allerdings wieder in Betrieb nehmen. Für das AKW Brunsbüttel hat der Konzern sogar eine Laufzeitverlängerung über den im Atomkonsens vereinbarten Abschalttermin hinaus beantragt. Das geplante Vattenfall-Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg würde jährlich über acht Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre blasen und alle Anstrengungen Hamburgs, „Klima-Hauptstadt“ zu werden, zunichte machen.

„Jeder Haushalt, der Vattenfall-Strom aus seinen Steckdosen verbannt, bringt damit seine Kritik an der Unternehmenspolitik Vattenfalls zum Ausdruck”, betont Poddig: „Wir empfehlen, bei dieser Gelegenheit Atomstrom und Klimakatastrophe gleich konsequent ade zu sagen.” Ökostrom der Elektrizitätswerke Schönau, von Greenpeace Energy, der Naturstrom AG oder von Lichtblick sei nur unwesentlich teurer als der Kohle- und Atomstrom von Vattenfall. „Wenige Cent entscheiden heute über die Überlebenschancen von morgen”, so Poddig.

Vattenfall hat nach eigenen Angaben in Hamburg und Berlin seit Mai bereits rund 100.000 Kunden verloren. „Das ist ein guter Anfang“, findet Poddig. Und verspricht: „Wir sorgen dafür, dass es noch viel mehr werden.“

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