23 August, 2008

23.08.: Vattenfall-Kohlekraftwerk mit Gewalt durchgesetzt

Mit massiver Gewalt hat die Polizei das Gelände des geplanten Kohlekraftwerks in Moorburg vor den Aktivisten von “Gegenstrom 08″ geschützt.

Kurz nach Eintreffen der ersten Demonstranten, die schon vor Wochen die Besetzung der Baustelle des geplanten Klimakillers angekündigt hatten, knüppelten Beamte auf die Menschen ein. Ohne Vorwarnung wurden Wasserwerfer eingesetzt, in die auch Tränengas beigemischt war. Etliche auch unbeteiligte Menschen klagten über Augenreizungen. Den Höhepunkt der Auseinandersetzungen erreichte die Polizei mit der rücksichtslosen und sinnlosen Räumung einer Sitzblockade, in die wahllos mit Knüppel und Wasserwerfer vorgegangen wurde. Immer wieder taten sich die sog. “BFE”-Einheiten durch besondere Rücksichtslosigkeit hervor. “Die benahmen sich wie wilde Tiere”, so eine Demonstrantin. Einem Pressevertreter wurde der Presseausweis vom Hals gerissen und ins Gesicht geschlagen. Offensichtlich wurden schwere Verletzungen durch gezielte Schläge mit dem Schlagstock auf Kopf oder Gesicht in Kauf genommen. “Es gab keine Aufforderungen oder Möglichkeit, zu gehen, sondern sofort Gewalt”.

“Einen solchen rücksichtslosen Polizeieinsatz habe ich in Hamburg noch nicht erlebt”, so ein schockierter Augenzeuge. Selbst anwesende Pressevertreter konnten sich das Vorgehen der Polizei nur damit erklären, dass diese keinerlei Interesse an einem friedlichen Ablauf hatten: “Die wollten die Sache schnell zu Ende bringen”. Stein- oder Flaschenwürfe, die das harte Vorgehen der Einsatzkräfte offiziell rechtfertigen sollten, haben nicht einmal die Medienvertreter gesehen. An einer Mahnwache nahm Robin Wood zahlreiche Verletzte und schockierte Menschen in Empfang. “Vor dem Kraftwerk herrschte offensichtlich Kriegszustand”, so ein Umweltaktivist. “Die Worte, die ich heute am häufigsten von der Polizei zu hören bekommen habe, waren sinngemäß: ‘Halt’s Maul, sonst gibts auf die Fresse’”.

Der Versammlungsleiter der Robin Wood-Mahnwache sah zeitweise die Sicherheit der Teilnehmer nicht mehr gewährleistet: Wasserwerfer und Mannschaftswagen fuhren mit rücksichtsloser Geschwindigkeit durch die kleinen Straßen. Zahlreiche Menschen, die nach der Auflösung der Demonstration zu der angemeldeten Versammlung wollten, wurden willkürliche über lange Umwege geschickt.

Dieser Tag ist ein deutliches Zeichen für die derzeitige (schwarz-grüne(?)) Politik in Hamburg und des Stromkonzerns Vattenfall: mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf Grundrechte und Demokratie soll hier ein Prestigeprojekt durch”geprügelt” werden - wobei sich eine Bevölkerungsmehrheit immer wieder gegen das geplante Kraftwerk ausgesprochen hat.

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