17 January, 2009

Tschüss Vattenfall: Kritik an Plänen Vattenfalls, AKW Kapazitäten zu erhöhen

Der Atomkonsens wurde von Teilen der Anti-Atom-Bewegung von Anfang an kritisch betrachtet. Es wurde davor gewarnt, dass es sich dabei nur um Laufzeitgarantien mit grünem Mäntelchen handelte. Belegt wird dies nun einmal mehr durch die Äußerungen von Vattenfall-Konzernchef Lars Josefsson, der ankündigte, die Kapazität der AKW Brunsbüttel und Krümmel erhöhen zu wollen.

Es ist nichts Neues, dass der Atomlobby nichts daran liegt, den Atomkonsens einzuhalten. Bei einem Reingewinn von einer knappen Million Euro pro Tag und Kraftwerk ist das marktwirtschaftlich nicht überraschend. Seit Jahren werden deswegen immer wieder Neubaupläne in die Diskussionen geworfen und es wird beklagt, das Thema werde zu „unwissenschaftlich“ betrachtet von den Menschen.

Die Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel stehen seit Vorfällen im Sommer 2007 still. In Krümmel hatte es gebrannt und in Brunsbüttel kam es zu einem Kurzschluss. Nachdem die Reparaturarbeiten daran abgeschlossen waren kam es zu einer Kraftwerksüberprüfung bei der festgestellt wurde, es müssen noch Dübel ausgetauscht werden. Auch das ist nichts Neues, denn auch in anderen Kraftwerken, die laut Atomausstiegsgesetz nur noch kurz am Netz bleiben sollten, wurden schon einmal falsch montierte Dübel gefunden. Mithilfe der langen Stillstände können die Kraftwerksbetreiber sämtliche alten Kraftwerke so in die nächste Legisltaurperiode retten. Somit gingen seit Inkrafttreten des Atomkonsens mit Stade und Obrigheim nur die beiden kleinsten Meiler vom Netz.

In Brunsbüttel gab es unzählige sicherheitsrelevante Störfälle. Einer der gefährlichsten war eine Wasserstoffexplosion 2001 in der Nähe des Druckbehälters. „Diesen Schrottreaktor auch noch ausbauen zu wollen ist absurd und ungeheuer gefährlich.“ So Hanna Poddig von der Initiative „Tschüss Vattenfall“.

„In der Asse und Morsleben treten größere Mengen radioaktiver Flüssigkeiten unkontrolliert aus. Da kann wissenschaftlich sinnvoll doch nur der Ausstieg aus dieser Technologie sein, die Millionen Jahre lang hochgefährliche Abfälle hinterlässt, die jetzt schon überall herauslecken, wo sie bisher zu lagern versucht werden“ so Poddig.

Die Initiative Tschüss Vattenfall ruft deswegen alle Menschen dazu auf, gegen diese Politik aktiv zu werden: „Wechseln Sie ihren Stromanbieter und beziehen Sie Ökostrom. Protestieren Sie gegen die Tagung des Atomforums, des Lobbyvereins der Atomwirtschaft Anfang Februar in Berlin!“