Nuon: Ein lästiger Konkurrent weniger
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall kauft den niederländischen Energieversorger Nuon – und beseitigt damit seinen ärgsten Konkurrenten in den wichtigen Märkten Berlin und Hamburg.
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will den niederländischen Energieanbieter Nuon (”lekker Strom”) kaufen. Darauf haben sich die Chefs beider Unternehmen am gestrigen Montag geeinigt. Für 8,5 Milliarden Euro übernimmt Vattenfall zunächst 49 Prozent der Anteile von Nuon, die restlichen 51 Prozent sollen in den nächsten sechs Jahren folgen. Vattenfall gab zwar an, dass sich durch die Übernahme zunächst nichts an den Arbeitsverhältnissen und den Preisen ändern werde, möchte aber keine langfristige Garantie geben.
Offiziell heißt es, dass Vattenfall damit sein Portfolio in Sachen erneuerbarer Energie stärken will. Viel wichtiger scheint aber, dass Vattenfall damit viele im letzten Jahr verlorene Kunden zurückkauft. Denn die Nr. 3 der großen vier Energieunternehmen in Deutschland hatte wegen iher undurchsichtigen Preispolitik gerade in Berlin und Hamburg mehrere hunderttausend Kunden an Nuon verloren, die es geschafft hatten, so etwas wie Wettbewerb in den Strom- und Gasmarkt in Deutschland zu bringen. Vattenfall hat in Deutschland drei Millionen Kunden und erwirtschaftet einen Umsatz von 15,2 Milliarden Euro, Nuon hat 300000 Kunden (ein Großteil von Vattenfall abgeworben) und einen Umsatz von 6,1 Milliarden Euro.
Sowohl Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) als auch der Bund der Energieverbraucher halten die Übernahme für bedenklich, da sie die oligopolen Strukturen auf dem Energiemarkt dadurch verfestigt sehen. Außerdem könnte das für die Verbraucher gerade in Berlin saftige Preiserhöhungen bei Strom und Gas bedeuten, da Nuon als stärkster Konkurrent von Vattenfall dafür gesorgt hatte, dass beide Energieträger nirgendwo so günstig zu beziehen waren wie in der Hauptstadt.
Quelle: www.demo-online.de, 25.02.2009

