5 January, 2008

Lieber richtigen Ökostrom als eine Mogelpackung

„Nach Informationen des SPIEGEL tricksen europäische Stromanbieter ihre Kunden gezielt aus. Sie etikettieren Atom- oder Kohlestrom einfach in Ökostrom um. Eine legale Praxis, die durch Ökozertifikate möglich ist“, berichtete die Online-Ausgabe des Spiegels am 05.01.2008. Eine Meldung, die für die Umweltaktivisten der Kampagne „Tschüss Vattenfall“ keine Neuigkeit ist.

„Seit Monaten weisen wir darauf hin, dass die so genannten RECS-Zertifikate eine Mogelpackung sind. Wer durch RECS-Zertifikate grün etikettierten Strom bezieht, der zahlt einen Großteil seiner Stromrechnung an die Kohle und Atomindustrie“, erklärt Hanna Poddig, Sprecherin der Kampagne.

Mit der Einführung des Renewable Energy Certificate System (erneuerbares Energie Zertifikatssystem, RECS) 2002 in 15 europäischen Ländern wurde ein Markt für den Handel von Ökostromzertifikaten geschaffen. Produzenten von Strom aus erneuerbaren Energien erhalten pro 1.000 kWh ein Zertifikat, welches sie an andere Unternehmen weiterverkaufen können. Auf diese Weise soll der Ausbau regenerativer Energien in Europa gefördert werden.

Die Kampagne „Tschüss Vattenfall“ empfiehlt Stromanbieter, bei denen das Geld der Kunden ausschließlich an Ökostromproduzenten fließt, die auch in neue Anlagen investieren und nicht eigentumsrechtlich mit der Atom- und Kohleindustrie verflochten sind: Greenpeace energy, naturstrom AG und die Elektrizitätswerke Schönau.

„Um nicht auf die Mogelpackung RECS hereinzufallen, informieren Sie sich auf unserer Webseite www.hamburg-steigt-um.de,“ empfiehlt Hanna Poddig.