Hamburg will eigenen Stromanbieter gründen
Hamburg treibt offenbar den Plan voran, einen städtischen Energie-Versorger zu gründen. Nach Informationen von NDR 90,3 soll dieser Schritt noch in diesem Frühjahr erfolgen. Das bestätigte der Sprecher von Hamburg Wasser, Carsten Roth. Das ebenfalls städtische Unternehmen wurde damit beauftragt, ein Konzept für den neuen Energie-Versorger zu entwickeln. Dieser soll den Namen “Hamburg Energie” erhalten.
Vom Sommer 2009 an soll das Energie-Unternehmen Strom liefern. Hierbei soll es sich ausschließlich um Ökostrom handeln, also Strom aus erneuerbaren Energie-Quellen wie Wasser und Wind - und nicht aus Atom- oder Kohlekraftwerken.
Strom kaufen und weiterverkaufen
“Hamburg Energie” wird vorerst nur als Stromhändler auftreten, die Energie folglich zum größten Teil nicht selber produzieren, sondern sie von Dritten einkaufen. Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) hatte die Gründung eines städtischen Energie-Versorgers im Herbst 2008 angekündigt. Damals musste Hajduk aus rechtlichen Gründen Vattenfall die Genehmigung für das umstrittene Kohlekraftwerk Mooburg erteilen. Ein Projekt, das die Grünen eigentlich ablehnten.
Übernimmt die Stadt wieder das Gasnetz?
Laut NDR 90,3 will Hamburg in einem weiteren Schritt auch die Fernwärme- und Gasnetze im Stadtgebiet von Vattenfall und E.ON Hanse zurückkaufen. Noch sei allerdings unklar, wie die Stadt das finanzieren will. Nach Einschätzung von Experten würde der Rückkauf mindestens eine Milliarde Euro kosten.
Hamburg hatte den städtischen Anbieter HEW an den schwedischen Konzern Vattenfall verkauft - in mehreren Schritten zwischen 1999 und 2002. Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatte diesen Verkauf später als einen Fehler bezeichnet. Ein staatliches Monopol sei “durch ein Quasi-Monopol auf privater Seite ersetzt worden”, sagte von Beust im Sommer 2007.
Quelle: NDR, 10.03.2009

